Allgemeine Fragen zum Strompreis
Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Der Strompreis besteht immer aus dem Grundpreis und dem Verbrauchspreis in kWh. Die aktuellen Tarife für 2019 und einen Strompreisrechner finden Sie hier.

Warum gibt es so große regionale Unterscheide beim Strompreis?

Der Grundpreis teilt sich wiederum in Umlagekosten und Betriebskosten. Aktuell steigen innerhalb der Umlagekosten vor allem die Kosten für die Netzgeldumlage. Grund dafür ist die notwendige Erweiterung der Netzinfrastruktur für die Einspeisung der regenerativen Energien. Problematisch ist dabei das derzeit unfaire Stadt-Land-Gefälle bei Netzentgelten: Die Regionen die viel Ökostrom produzieren müssen auch die Entgelte dafür bezahlen. Lesen Sie hierzu auch unsere Antwort auf die Frage: Warum steigt der Strompreis wirklich?

Warum erhöhen nicht alle Stromanbieter den Preis gleichzeitig?

Stromanbieter sind Unternehmen. Jedem Unternehmen steht es frei, Kosten zu dem Zeitpunkt und in der Höhe umzulegen, wie es für die jeweilige Unternehmensstrategie zielführend ist. Stromanbieter, die das Ziel verfolgen, neue Kunden zu gewinnen, locken mit günstigen Preisen und erhöhen diese nach Ablauf der vereinbarten Preisgarantie. Oder wie gerade jetzt publik geworden ist, sogar noch innerhalb dieser Garantie.

Fragen zur Strompreiserhöhung 2019
Warum steigt der Strompreis wirklich?

Der Grundpreis für den Strom setzt sich aus Umlagekosten wie rund 54 % Steuern, Abgaben und Umlagen (EEG-Umlage, Offshore-Netzumlage, StromNEV-Umlage) und 25 % Netzentgelte (Kosten für die Nutzung der Stromnetze) sowie aus Betriebskosten wie rund 21 % Kosten für den Stromeinkauf an der Börse, den Vertrieb und für unsere Mitarbeiter zusammen. Gestiegen sind die Umlagekosten für die Netzgeldumlage, die Offshore-Haftungsumlage, für fossile Energieträger wie Kohle und Gas, für die Privilegien energieintensiver Industriebetriebe sowie für die schwankenden Einkaufspreise an den Strombörsen – bedingt durch geopolitische Unsicherheiten wie die Sanktionspolitik der USA.

Haben die Kraftwerke Haag den Strom an den Börsen zu teuer einkauft?

Nein. Die benötigten Strommengen bis 2022 wurden gemeinsam mit einer Händlergemeinschaft eingekauft. Hierdurch können wir Ihnen garantieren, dass in den kommenden Jahren eine Preissteigerung aufgrund des Stromeinkaufs ausgeschlossen ist.

Trägt die aktuelle Preiserhöhung 2019 zur Profitmaximierung der Kraftwerke Haag bei?

Nein. Wir als Kraftwerke Haag geben mit den neuen Preisen 2019 fast ausschließlich die gestiegenen Umlagekosten weiter. Unsere Kalkulation schließt zudem die sichere Bezahlung unserer Mitarbeiter sowie weitere laufende Betriebskosten mit ein. Seit vielen Jahren schon engagieren wir uns als Kraftwerke Haag für ein sogenanntes „Einheitsnetzentgeld“ und damit gegen die regional sehr ungleichen Umlagekosten, insbesondere für die Netzentgelte.

Wird das Stromnetz durch die höheren Netzentgelte besser?

Ja! Der Ausbau der Netz-Infrastruktur im Netzgebiet der KWH Netz GmbH ist DIE Herausforderung der nächsten Jahre. Durch die Strompreiserhöhung sind wir in der Lage rund 10 Millionen Euro in die Ertüchtigung und die Erweiterung unserer Netze zu investieren. Dabei liegt uns insbesondere die Erneuerung bestehender Netze am Herzen. Diese kam in den letzten Jahren aufgrund des zwingend notwendigen Netzausbaus unseres großflächigen Netzes zu kurz. Wir werden über unseren netzausbau und die Erneuerung regelmäßig in der Presse und auf unserer Website berichten.

Warum kommt die Strompreiserhöhung nicht gestaffelt?

Der Gesetzgeber sieht Preisregulierungsperioden von 5 Jahren vor. Erstmalig wurde aufgrund der Energiewende und der daraus entstehenden Kosten für das Jahr 2019 die Genehmigung erteilt, diese Periode zu verkürzen. Dadurch gibt der Gesetzgeber den Netzbetreibern die Möglichkeit die Investitionen zeitnah umzusetzen und zu finanzieren. Für uns war ganz klar: Wir investieren jetzt. Wir erhöhen jetzt. Für ein besseres Netz jetzt.

Warum ist der Strompreis in Erding, Schwindegg, Wasserburg etc. günstiger als im Netzgebiet der KWH Netz GmbH?

Städtische Regionen wie Erding, Schwindegg und auch Wasserburg profitieren von einer größeren Anschlussdichte und einer geringeren Erzeugung von regenerativen Energien wie im Netzgebiet der KWH Netz GmbH.

  • Im Netzgebiet der KWH Netz GmbH teilen sich etwa 95 Haushalte die Netzanschlusskosten pro qkm.

  • In städtischen Regionen teilen sich etwa 1 000 Haushalte die Netzanschlusskosten pro qkm.

Dies bedeutet: Im Netzgebiet der KWH Netz GmbH teilen sich ein Zehntel der Haushalte 100 % der Kosten für die gleiche Kabellänge als in Ballungszentren. Zudem fallen in Erding oder Wasserburg weniger Kosten für den Ausbau der Netzinfrastruktur für regenerative Energien an, da hier weniger Ökostrom produziert und ins Netz eingespeist wird als im Netzgebiet der KWH Netz GmbH.

Warum bieten Internetanbieter den Strom günstiger an?

Zunächst einmal gilt es hier genau zu vergleichen. Viele Anbieter werben noch mit alten Tarifen und drücken den Preis im ersten Jahr mit Rabatten und Boni. Die Preissteigerung schlägt dann erst im zweiten Jahr voll zu Buche. Obwohl eine spätere Preissteigerung im Kleingedruckten kommuniziert wird, wird diese oftmals übersehen. Zudem sparen sich Internetanbieter Kosten für den persönlichen Vertrieb und Service sowie für ein Kundencenter vor Ort.

Lohnt sich ein Stromanbieter-Wechsel?

Kurzfristig kann ein Haushalt je nach Anbieter bis zu 100 Euro im Jahr sparen. Langfristig kann so ein Wechsel teuer werden. Nicht wenige Kunden, die in diesem Jahr aufgrund z.B. der Insolvenz Ihres Anbieters im Voraus bezahlte Abschläge nicht mehr zurückerhalten haben, kommen mit Ihren Fragen und Sorgen zu uns. Der Fall des Anbieters BEV (Bayerische Energieversorgungsgesellschaft) zeigt, dass auch die Preisgarantie keine Garantie mehr vor einer Preiserhöhung um rund 800,00 Euro im Jahr sein ist. Generell wird der Teil des Strompreises, den Anbieter heute beeinflussen können, wird immer kleiner. Ein wirklicher Wettbewerb kann hier auf Dauer nicht bestehen.

Hat ein Stromanbieter-Wechsel Auswirkungen auf die Netz-Qualität?

Nein. Das Netz wird von der KWH Netz GmbH betrieben. Diese erhält ein Nutzungsentgelt vom jeweiligen Anbieter. Je mehr Verbraucher wechseln, desto größer wird jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunden-Service der Kraftwerke Haag eingespart werden muss. Wir als Kraftwerke bestehen ja zum einen aus dem handwerklichen Betrieb, der KWH Netz GmbH, die die Netze für die Stromversorgung zur Verfügung stellen. Zum anderen bieten wir mit dem verwaltungsstarken Betrieb der Kraftwerke Haag unseren Kunden einen guten Vor-Ort Service.

Steigen die Strompreise noch weiter?

Ausschließen können wir das nicht. Zum einen steigt durch die Sanktionspolitik der USA gegenüber Russland und dem Nahen Osten – nach wie vor einigen der weltweit wichtigsten Lieferanten von Öl und Erdgas – die Unsicherheit auf dem Energiemarkt. Das hat Auswirkungen auf die Börse und letztendlich auch auf die Preise. Zum anderen steht politisch noch die Entscheidung über die Stromtrassen aus. Beziehen wir in Bayern zukünftig Windenergie von der Ostsee müssen wir deutschlandweit und somit auch in Bayern diese Investition in die Netzinfrastruktur bezahlen – durch eine weitere Erhöhung der Netzentgelte.

Fragen zu KWH & KWH Netz
Warum gibt es die KWH zweimal? Einmal als Kraftwerke Haag und einmal als KWH Netz?

Als KWH Netz haben wir ein Monopol in der Region. Damit wir diese Stellung dem Verbraucher gegenüber bei der Preisgestaltung nicht ausnutzen, schreibt der Gesetzgeber ein zusätzliches Unternehmen, welches sich dem ganz normalen Preiswettbewerb stellt (Kraftwerke Haag) vor.

Was genau leistet die KWH Netz für Kunden?

Wir stellen das Stromnetz in der Region Haag zur Verfügung. Wir legen die Leitungen, warten diese, erneuern und erweitern sie. Kurz: Wir passen das Stromnetz kontinuierlich an, bauen es bedarfsgerecht aus und schaffen somit die Grundlage für die Energieversorgung und die Energiewende.

Was bedeuten steigende Kosten der KWH Netz GmbH für den Endverbraucher?

Ein besseres Stromnetz und die Förderung von Ökostrom. Unsere Region erzeugt bereits rund 80 % Ökostrom. Damit wir diesen einspeisen und nutzen können, müssen wir die Netzinfrastruktur anpassen. Diese Investitionen kosten Verbraucher in unserer Region überproportional viel Geld. Die Kosten für die Energiewende hat der Gesetzgeber eng mit dem Anschlussort verknüpft: Die Energiewende zahlen hauptsächlich die ländlichen Regionen, da diese an den Großteil der regenerativen Energie-Produzenten angeschlossen sind. In der Stadt wird wesentlich weniger Strom durch Wasserkraft, Biomasse oder Photovoltaik erzeugt. Der Ökostrom kommt vom Land.

Kündigung Stromvertrag
Wann kann ich meinen Vertrag kündigen?

Die Kündigungsfristen stehen in Ihrem Vertrag. Bitte prüfen Sie diesen bevor Sie kündigen. Sie sind Kunde bei den Kraftwerken Haag? Gerne geben wir Ihnen Auskunft.

Muss die Kündigung schriftlich erfolgen?

Ja.

Fragen zum Thema Öko-Strom
Welche Arten von Öko-Strom werden im Gebiet der KWH Netz GmbH erzeugt?

Wasserkraft, Biomasse und Photovoltaik.

Kann ich als Verbraucher wählen zwischen konventionell produziertem Strom und Öko-Strom?

Vertraglich: ja. Physikalisch: nein. Rein physikalisch fließt der Strom auf dem kürzesten Weg immer dahin, wo er gerade gebraucht wird. Tagsüber beziehen zum Beispiel die Dorfener und Haager Bürger ihren Strom hauptsächlich aus regenerativen Energien wie Biogas- und Solaranlagen. Da sind wir hier in der Region gut aufgestellt. Scheint die Sonne nicht, greift das Stromnetz auf andere Stromerzeuger zurück, deren Strom aus den übergeordneten Stromnetzen zu uns transportiert wird. Es kann sich hierbei um regenerativen oder auch konventionell erzeugten Strom handeln. Dabei kann nicht mehr unterschieden werden zwischen Atomstrom aus Ohu/Landshut oder Biogasanlagen aus dem weiteren Umfeld. Mit einem Ökostrom-Tarif fördern Sie aber EU-weit die Erzeugung von Ökostrom.

Was ist besser: Normaltarif oder Öko-Tarif?

Mit dem Öko-Tarif wird die Erzeugung regenerativer Energie EU-weit gefördert und somit die Energiewende vorangetrieben. Deshalb ist ein Öko-Tarif auf jeden Fall nachhaltiger.

Wie hoch ist derzeit der Anteil an Öko-Strom an der gesamten Stromversorgung im Gebiet der KWH?

Zirka 80 %.

Lohnt sich eine eigene PV-Anlage?

Das kann man pauschal nicht beantworten. Gerne beraten wir Sie persönlich und umfassend. Vereinbaren Sie hierfür bitte einen Termin unter 08072/9171-0